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Die wichtigsten Wirtschaftsregionen Frankreichs

Équipe FRADEO
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29. November 2019

In einem zentralistisch organisierten Staat ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich das Wirtschaftszentrum des jeweiligen Landes in seiner Hauptstadt befindet. So spielt in Frankreich die Musik hauptsächlich in und um Paris. Mittlerweile haben sich jedoch auch in anderen Regionen dynamische Märkte entwickelt, die Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen eine interessante Alternative zur französischen Megametropole bieten.

Regionale Alternativen zu Paris

Frankreich gehört nach wie vor zu den weltweit führenden Industrienationen und Wirtschaftsmächten, auch wenn das Land von der Wirtschaftskrise lange Zeit schwer gebeutelt wurde und derzeit mit den anhaltenden Aufständen der Reformgegner zu kämpfen hat. Allerdings verspricht der neue Kurs von Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner Regierung auf langfristige Sicht durchaus positive Aussichten für den französischen Arbeitsmarkt. Neue Wirtschaftsregionen und Ballungsgebiete für bestimmte Industriezweige haben sich in Frankreich jedoch schon in der jüngsten Vergangenheit entwickelt. Besonders für Arbeitnehmer, die keine Großstadtmenschen sind, aber auch für Familien mit kleinen Kindern ist dies eine gute Nachricht: Interessante und lukrative Jobs gibt es nicht mehr ausschliesslich in Paris und Umgebung, wo Wohnraum knapp bemessen und das alltägliche Leben extrem teuer ist.

Ile-de-France weiterhin in der Hauptrolle

Unantastbar ist die Ile-de-France jedoch weiterhin das Zentrum der französischen Wirtschaft. Auch auf europäischer Ebene gehört sie zu den führenden Wirtschaftsregionen und gilt als größtes Beschäftigungszentrum Europas. Die Ile-de-France besteht aus der Stadt Paris und den Départements Essonne, Hauts-de-Seine, Seine-et-Marne, Seine-Saint-Denis, Val-d’Oise, Val-de-Marne und Yvelines. Wichtige Städte in dieser Region sind- neben Paris- Versailles, Boulogne-Billancourt, Montreuil, Argenteuil und Saint-Denis. Insgesamt hat die Ile-de-France eine gesamte Fläche von 12.012 km² und 12.213.364 Einwohner (Stand: Januar 2019). Über 750.000 Unternehmen sind in der Region niedergelassen, davon allein mehr als 300.000 in Paris.

Gut ein Fünftel der französischen Bevölkerung lebt in dieser Region, die für rund 30 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts aufkommt.

Die Metropole Paris stellt dabei das politische, kulturelle und natürlich wirtschaftliche Zentrum des Landes. Wichtigste Geschäftsviertel in Paris sind das 8. Arrondissement rund um die Avenue des Champs-Elysées, das schicke 16. und das 2. Arrondissement, in dem sich die Börse befindet. Der moderne Stadtteil La Défense, der am westlichen Stadtrand von Paris gebaut wurde, ist eines der bedeutendsten Geschäftsviertel der Welt. Angesiedelt haben sich dort unter anderem bedeutende internationale Energiekonzerne, Versicherungen, Automobilhersteller sowie die größten Banken aus Frankreich und Europa. Multinationale Unternehmen und Forschungszentren sind aber auch in der gesamten Ile-de-France vertreten. Besonders viele von ihnen sind im Dienstleistungssektor tätig. Danach folgen Handel und Industrie, das Baugewerbe und die Landwirtschaft. Die Hälfte der französischen Biotechnologieunternehmen hat ihren Sitz in der Region, die damit landesweit auf Platz eins bei den Biotechnologie-Zentren steht. Auch die Pharmaindustrie ist in der Region Ile-de-France immer noch sehr präsent.

Pluspunkt Infrastruktur

Vor allem das extrem gut ausgebaute Verkehrsnetz macht Paris und die Ile-de-France zu einem attraktiven Standort für Arbeitnehmer und Unternehmen. Drei Flughäfen und sechs Bahnhöfe führen nach Paris. Innerhalb der Ile-de-France verkehren Metros oder regionale Schnellbahnen (RER). Messebesucher, Geschäftsreisende und Touristen gelangen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zügig von A nach B und sind meist schneller als die, die im Auto unterwegs sind und während der Geschäftszeiten fast immer im Stau stecken.

Neuer Hotspot des Gründertums

Die französische Hauptstadt holt momentan aber auch in der Startup-Szene mächtig auf und macht etablierten Hochburgen wie Berlin und London immer mehr Konkurrenz. Großen Anteil daran hat die Station F, die 2017 auf 34.000 Quadratmetern im 13. Arrondissement von Paris eröffnet wurde und momentan der größte Startup-Campus der Welt ist.

Wirtschaftsboom in der Region Auvergne-Rhône-Alpes

Nach der Region Ile-de-France stellt die Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs die zweitstärkste Wirtschaftsregion Frankreichs.

Sie verfügt über eine Fläche von 69.711 Quadratmetern, 8 Millionen Einwohner, ein Bruttoinlandsprodukt von 244 Milliarden Euro und mehr als 600.000 Unternehmen in Industrie, Gewerbe und dem Bau- und Dienstleistungssektor.

Dabei profitiert die Region vor allem auch von ihrer strategischen Positionierung als Knotenpunkt des europäischen Handels und ihrer Nähe zu wichtigen Märkten wie Italien und der Schweiz. Zahlreiche Unternehmen aus Forschung und Innovation sowie ein gehobenes Ausbildungs-Niveau beeinflussen zudem positiv die wirtschaftliche Aktivität und Attraktivität der Region.

Energieerzeuger und Touristenmagnet

Traditionell stark vertreten sind in dieser Region weiterhin die Branchen Energie, Pharma, Chemie, Biotechnologie, Metall, Kunststoff, Automobil, IT und Tourismus. Die Region ist eine zudem ein wichtiger Energieerzeuger und produziert über 40 % der gesamten französischen Elektrizität aus Wasserkraftwerken. Die großen Industriezentren befinden sich dabei in Lyon, Grenoble, Annecy, Saint-Etienne, Roanne und Cluses. Die wichtigste Branche des Dienstleistungssektors stellt der Tourismus. 2017 konnte die Region Auvergne-Rhône-Alpes 36 Millionen Übernachtungen verzeichnen.

Aquitaine und Midi-Pyrénées holen auf

Aber auch der Westen Frankreichs entwickelt sich immer stärker. Toulouse ist ein wichtiger Forschungsstandort Frankreichs, Bordeaux eine große und historisch gewachsene Industriestadt. Vor allem jedoch stellt die Region um diese beiden Städte im weltweiten Vergleich mit über 100.000 Arbeitsplätzen die zweitgrößte Fertigungsstätte der Luftfahrt dar. Allein 52.000 Arbeitnehmer, darunter viele Deutsche, arbeiten für Airbus in Blagnac bei Toulouse, 3.800 Personen arbeiten für Latécoère, dem Weltmarktführer für Flugzeug-Verkabelungen. Die wichtigsten Unternehmen in dieser Region sind Dassault, EADS, Safran und Thales. Aber auch die Holz- und Papierindustrie nimmt in dieser Wirtschaftsregion einen wichtigen Posten ein.

Pariser Vorort an der Atlantikküste

Seitdem 2017 die neue TGV-Strecke eröffnet wurde, dank der die 500-km-Reise von Bordeaux nach Paris nur noch zwei Stunden und vier Minuten dauert, wird Bordeaux immer wieder als ,,neuer Vorort von Paris’’ bezeichnet. Besonders viel Lebensqualität wird der Region Aquitaine und Midi-Pyrénées jedoch durch ihre vielfältige Landschaft zugesprochen: so sind die schöne Atlantikküste und die bergigen Pyrenäen nur einen Katzensprung von allen dichter besiedelten Gebieten entfernt.

Deutsche Nachbarn: Elsass und Lothringen

Wegen ihrer geografischen Nähe zu Deutschland ist für deutsche Arbeitnehmer auch die Region Grand Est, bestehend aus den Regionen Elsass und Lothringen, von besonderem Interesse. Sowohl sprachlich als auch von der Mentalität gibt es hier viele Überschneidungen, die nicht nur Arbeitsabläufe, sondern auch das alltägliche Leben erheblich erleichtern können.

In Lothringen finden sich dabei viele Betriebe aus den Branchen Automobilbau, Luftfahrt, Chemie, Holz- sowie Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft. Der Smart ForTwo etwa wird -zumindest noch bis zum Jahr 2022- im lothringischen Hambach hergestellt. Insgesamt haben sich mehr als 250 deutsche Unternehmen in Lothringen niedergelassen.

Das Elsass liegt geographisch betrachtet noch zentraler als Lothringen zwischen Deutschland und Frankreich. Zählt man Belgien, die Schweiz und Österreich dazu, ist das Elsass das Zentrum eines französisch- und deutschsprachigen Marktes mit über 160 Millionen Konsumenten. Circa ein Viertel aller deutschen Firmen in Frankreich haben sich für den Standort Elsass entschieden, das sowohl als Produktionsstandort als auch Vertriebs- Dienstleistungs- und Logistikstandort von Unternehmen genutzt wird.

Der weit verbreitete Gebrauch des elsässischen Dialekts sowie zweisprachige deutsch-französische Ausbildungsangebote ermöglichen zudem die Entwicklung einer lückenlosen zweisprachigen Dienstleistungskette. Sie kann sich von Rechtsberatung und Personalsuche über Marketing und Vertrieb bis hin zu Finanzen, Buchhaltung und Versicherung ziehen.

Fazit

Natürlich gibt es auch in anderen, hier nicht erwähnten Regionen oder Städten Frankreichs interessante Industriezweige und Job-Opportunitäten. Wenn Sie mehr Informationen zu einer französischen Stadt oder einem französischen Ort benötigen sollten, hilft Ihnen unser Experten-Team von Fradeo gerne weiter. Denn schließlich spielt die Standortfrage bei jedem Projekt eine grosse Rolle- sowohl für den Arbeitnehmer, als auch für den Arbeitgeber.

Équipe FRADEO

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